Beispiel: Sammeln

Termin:
10.05.2013 - 14.06.2013
Künstler:
Stefan Höller

In altmeisterlicher Manier variiert Stefan Höller immer wieder das Thema Spargel. Spargel - so Höller - sei Materie gewordenes Licht.

Das Licht, das Rubens im Dekolleté seiner Göttinen einfängt, bündelt Höller in einer Hand voll Spargelstangen, die von zwei hellgrünen Gummiringen zeitgemäß zusammengehalten werden. Spargel - sagt Höller – sei das Gemüse, das in seiner Ausstrahlung der menschlichen Haut am nächsten käme. Auch altere er ähnlich wie diese, nur wesentlich schneller, 68 Jahre in 24 Stunden.

Vielleicht ist es gerade dieser Zeitdruck, der den langjährigen Gerichtszeichner jeden Frühsommer von Neuem an diese malerische Delikatesse fesselt.

Darüber hinaus fasziniert den Richter-Schüler die kulturgeschichtliche Bedeutung der Spargeldarstellung, deren Krönung er im Kölner Manet-Spargel sieht.

Doch bei aller Liebe für die Tradition seines Lieblingssujets, treibt Höller dieses auf eine neue, zeitgenössische Spitze. In ihrer Altmeisterlichkeit erscheinen uns die senkrecht stehenden Industriespargelstangen in Höllers Spargelgläsern wie leuchtende Beispiele für den festen Glauben an den immerwährenden Sieg deutscher Wirtschaftswunder.

Ein Maler als Denkmalpfleger.

In seinem Wahlkampfspargel aus dem Jahre 2005 legt Höller einem Spargelglas eine rostige Hantel zur rechten und einen knallroten angestaubten Mini-Schutzhelm zur Linken. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich der schmucke Arbeitsschutz als eine Kleiderbürste – ein Relikt aus vergangener Zeit.

Ein Wahlkampfgoodie Gerhard Schröders.

Kein Denkmal, nein ein Denkbild für seine Agenda 20 10.

Schade, dass es das Bild nur einmal gibt. Als parteiübergreifender Wandschmuck, als künsterischer Ausduck für die Leistungsfähigkeit unseres Gemeinwesens, könnten Höllers Spargelbilder richtungweisend wirken.

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