Ausstellung

Wolfgang Spanier

Atlas

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Bei der Betrachtung dieser Panoramablicke auf verschiedene, nicht weiter verortete Berge kommt es zu einer Unschärfe in Bezug auf deren Räumlichkeit: Nähe, Entfernung und die sich nach vorne oder hinten ausdehnenden Volumen werden ambivalent, sowohl bei der Sichtweise, als auch der vertikalen Ausrichtung.

Diese Mehrdeutigkeiten resultieren hauptsächlich aus einer gedrehten optischen Achse, meist um 180 Grad, was auf den ersten Blick nicht so offensichtlich ist, aber trotzdem eine besondere Wirkung hat. In Verbindung damit ist die ausgeprägte Beschneidung der Motive ein markantes Merkmal. Die gedehnten horizontalen Formate löst das Bild aus seinem lokalen und räumlichen Kontext, erhöht seine Ausdehnung und macht ihn so schwebend.

Die Unsicherheit über Lage und Orientierung eröffnet einen Assoziationsbereich für die Betrachter.
Hier wird der Raum nicht nur als eine Rückwärtsrichtung wahrgenommen, die in die Tiefe des fotografischen Bildes führt, sondern auch als atmende malerische Spannung.

Auf einer anderen Ebene verspielen diese Arbeiten auch die Glaubwürdigkeit fotografischer Bilder. Die Sinne unterliegen unbemerkt einer gewissen Trägheit und Unbestimmtheit. Doch gerade diese inhärente Unbestimmtheit erzeugt eine willkommene Herausforderung an unsere Wahrnehmung, die in der Malerei schon längst vollzogen ist.

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